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Wirtschaftskongress Macht Geld Sinn 2012 – Bericht
 

Vielen Dank an das Untergruggenberger Institut f√ľr die Unterst√ľtzung und Berichterstattung zum Macht Geld Sinn – Kongress, welche wir nachfolgend zitieren d√ľrfen. Ein Besuch auf ihrer Webseite¬† m√∂chten wir an dieser Stelle vorab nochmal besonders empfehlen.

Von 10. bis 16. M√§rz 2012 organisierte Global Change Now e.V. in K√∂then/Anhalt den zweiten Macht Geld Sinn-Kongress mit hunderten BesucherInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Anlaufstelle war das Kongress-B√ľro, das im Ratskeller im st√§dtischen Rathaus eingerichtet wurde, und das auch als Wechselstelle f√ľr die neue Regionalw√§hrung Lutze-Taler fungierte. Jene Gesch√§fte und Gastronomiebetriebe, die die vorl√§ufig bis Juni 2012 befristet g√ľltige Regionalw√§hrung n√ľtzen, weisen sich mit Hinweisschildern in der Auslage als Akzeptanzstellen aus. Die 38 Vortr√§ge fanden im Ratskeller, in der Europ√§ischen Bibliothek f√ľr Hom√∂opathie sowie im Veranstaltungszentrum K√∂then statt.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet am 15. M√§rz 2012 √ľber den Lutze-Taler-Start: „Lutze-Taler“ in den Gesch√§ften – (zum online Artikel) Ein besonderes Service f√ľr alle, die nicht dabei sein oder beim Kongress nicht alle Vortr√§ge besuchen konnten, bietet Nikolaus Gfrerer vom Verein Carpe Diem in Zell am See in √Ėsterreich: Er fertigte von allen Vortr√§gen Audio-CD¬īs zum Nachh√∂ren an – als Einzel-CD¬īs, aber auch als CD-Box (Audo-CD hier erh√§ltlich).

 

Nach der Er√∂ffnungsfeier am Samstag, 10. M√§rz in der St. Jakobskirche und dem abendlichen Auftakt in der Villa Creutz mit der Global Change Now-Party begann der Vortragsregen am Sonntag, 11. M√§rz in der Europ√§ischen Bibliothek f√ľr Hom√∂opathie mit den Ausf√ľhrungen von Dr. Gerhardus Lang, der an das Wirken Samuel Hahnemanns, den Begr√ľnder der Hom√∂opathie, sowie an die Lehre Rudolf Steiners erinnerte und √ľber stoffliche und mythische Analogien zu Geld und Kapitalismus philosophierte. Unter den KongressteilnehmerInnen waren auch Regiogeld-Aktivisten wie Manfred „Mensch“ Meyer vom Hallertauer in Pfaffenhofen.

Der Regiogeld-Aktivist z√§hlte 2011 zu den Initiatoren eines umfassenden Kunstprojektes √ľber Beuys und die Demokratie (Bericht im Donaukurier sowie Info vom Pfaffenhofener Kunstverein) und engagiert sich heuer in einer Blumeninitiative: „Joseph Beuys befasste sich mit den Bienen und wir stellten durch den Kontakt zu Imkern fest, dass diese schon im August Zucker f√ľttern m√ľssen, da die Bienen in der Natur keine Bl√ľtenpflanzen mehr vorfinden. Mit unserem Projekt wollen wir auf √∂ffentlichen und privaten Fl√§chen heuer Bienenweiden anpflanzen und haben von der Stadt bereits sieben Fl√§chen zur Umgestaltung erhalten.“

 

Christian Gelleri vom Chiemgauer (www.chiemgauer.info) und Frank Jansky, Vorstand im Regiogeldverband (Info www.regiogeld.de), referierten √ľber Regiogeld in der Praxis, wobei Frank Jansky auf Gruppenprozesse, rechtliche Aspekte, Organisatorisches und praktische Alltagsarbeit in Regiogeldinitiativen einging. Der Chiemgauer entwickelte sich seit seiner Erstausgabe 2003 zum Vorzeige-Regionalw√§hrungsprojekt im eurogedeckten Bereich im deutschsprachigen Raum.

2011 registrierte der Chiemgauer einen Mitgliederzuwachs von 8 % auf 3296 Mitglieder. Bisher wurden fast 1,7 Millionen Chiemgauer getauscht, an Vereinsf√∂rderung aus der R√ľcktauschgeb√ľhr wurden bereits √ľber 50.000 Chiemgauer ausbezahlt. Die Umlaufgeschwindigkeit des Chiemgauers, der in Form von Gutscheinen ebenso zirkuliert wie als elektronisches Geld mittels Regio-Card und mit einer Umlaufgeb√ľhr ausgestattet ist, betr√§gt das zweieinhalbfache der Euro-Umlaufgeschwindigkeit. Christian Gelleri stellte weiters die Mikrokreditvergabe sowie den gemeinsam mit Thomas Mayer ausgearbeiteten Expressgeld-Entwurf zur Euro-Rettung vor, der als Wirtschaftshilfe f√ľr Griechenland und andere Krisenstaaten die Einf√ľhrung eines zweiten, umlaufgesicherten W√§hrungskreislaufes im Land vorsieht, um die Binnenwirtschaft anzukurbeln und zu st√§rken (mehrsprachig nachzulesen auf www.eurorettung.org). Im Bild rechts: Spontane „Regiogeld-Tauschb√∂rse“: Lutze-Taler in Chiemgauer tauschte Mark Brill bei Christian Gelleri ein. Mark Brill organisiert in Dortmund regelm√§√üig Stammtische (der n√§chsten Termin 8.5.2012, 19:00 Uhr, Auslandgesellschaft Deutschland, Steinstra√üe 48, 44147 Dortmund).

Den H√∂hepunkt des ersten Kongresstages bildete der Vortrag „Die Entthronung des Geldes“ von Dipl.√Ėkonom Werner Onken in der Hom√∂opathischen Bibliothek √ľber Leben und Wirken von Silvio Gesell, dem Begr√ľnder der Freiwirtschaftslehre, dessen Geburtstag sich heuer am 17. M√§rz zum 150. Mal j√§hrte. Die Interpretation von Gesells Werk heute sieht Onken als Aufforderung, gerechte Teilhabe f√ľr alle Menschen zu erm√∂glichen. Eine Geldreform allein sei nicht die L√∂sung – es brauche eine ordnungspolitische Neuorientierung und weitere Ma√ünahmen wie einen Schuldenerlass, die Besteuerung von Finanztransaktionen, eine neue Weltw√§hrungsordnung sowie eine Bodenreform. Zum Dank f√ľr seinen unerm√ľdlichen Einsatz f√ľr die Freiwirtschaft und das Werk Silvio Gesells in vielf√§ltigen Funktionen (Archiv f√ľr Geld- und Bodenreform, Fachverlag f√ľr Sozial√∂konomie, Sozialwissenschaftliche Gesellschaft – Werner Onken publizierte u.a. Silvio Gesells Werk neu, empfehlenswert – Werner Onken im ZEIT-Interview zu Gesell) √ľberreichte ihm Tom Aslan, Generalsekret√§r von Global Change Now, als symbolisches Danke den 1-Lutze-Taler-Schein mit der Ausgabenummer 00001.

Global Change Now w√ľrdigt auch Helmut Creutz f√ľr dessen jahrzehntelange Aufkl√§rungsarbeit √ľber Geld- und Zinssystem und benannte die Bundeszentrale in K√∂then in der Friedrich Ebert-Stra√üe 17 als „Villa Creutz“. Beim Kongress √ľberreichte Tom Aslan dem Geldkritiker Helmut Creutz den ersten 10-Lutze-Taler-Gutschein, auf dem die Villa Creutz abgebildet ist. Der Lutze-Taler kann auch bei der anstehenden Renovierung des alten Geb√§udes wertvolle Dienste leisten: Wer Gutscheine als Andenken beh√§lt und nicht in Euro zur√ľckwechselt, unterst√ľtzt mit diesem Euro-Betrag die Sanierung durch den Verein Global Change Now. Global Change Now f√ľhrt im Haus die GCN-Academy als freiwirtschaftliche Seminar- und Ausbildungsst√§tte.

Referenten beim Macht Geld Sinn Kongress am Montag, 12. M√§rz: Einfach zum Selbermachen – Konstantin Kirsch stellte mit dem Minuto-Zeitgutschein das dezentralste Regiogeld vor (Info: www.minuto-zeitgutscheine.de). Norbert Rost pr√§sentierte mit dem Regionalatlas eine neue Software zur Umsetzung Neuen Geldes, die √ľber bestehende Regionalwirtschaftsstrukturen in Form von online verwalteten Regionalatlanten f√ľhrt. Unter dem Motto elektronische Technik zur regionalen Vernetzung sinnvoll n√ľtzen und das m√∂glichst selbstorganisierend aufbauen erstellte Norbert Rost Internetplattformen, die von Kommunen, Wirtschaftsvereinen, Regionalentwicklern, Gewerbevereinen, Netzwerk-Managern und Regiogeld-Initiativen gen√ľtzt werden k√∂nnen, Infos dazu auf seiner Seite. Praktisch im Einsatz befindet sich Norbert Rosts Regionalatlas bei der Regionalw√§hrung Elbtaler in der Region Dresden, die heuer im Februar 2012 startete, sowie beim Lausitzer. Infos zum Elbtaler auf www.elbtaler.net und f√ľr alle, die das System einfach testen wollen, gibt¬īs einen „virtuellen Sandkasten“ auf http://test.regionalatlas.net

 

Wie k√∂nnte eine Postwachstums√∂konomie und die Rolle des Geldes darin aussehen? Dar√ľber referierte Prof. Dr. Niko Paech von der Universit√§t Oldenburg. Er erkl√§rte, warum Wirtschaftswachstum wie bisher keine Option f√ľr die Zukunft ist und wie diese trotzdem konstruktiv und positiv gestaltet werden kann. Infos: http://postwachstumsoekonomie.org/

Auf die Hintergr√ľnde der griechischen Staatsverschuldung sowie der europ√§ischen „Euro-Rettungspolitik“ ging Prof. Dr. Wolfgang Berger (Info http://www.resonanzschmiede.de) in seinem Vortrag „ESM – Ein Rettungsschirm oder Staatsstreich der Mafia?“ ein und √ľbersetzte die Abk√ľrzung ESM mit „Erm√§chtigungsgesetz f√ľr den Staatsstreich von Milliard√§ren“.

Seinen „Plan B“ f√ľr ein „Nachhaltiges Gesamtsystem, bestehend aus Flie√üendem Geld, Sozialem Bodenrecht, Bedingungslosem Grundeinkommen und freier Presse“ stellte Andreas Popp¬† von der Wissensmanufaktur vor.

Warum ein Grundeinkommen – und dieses bedingungslos – Sinn macht und einen Rechtsanspruch jedes Menschen darstellt, f√ľhrte Felix Coeln von der K√∂lner Initiative f√ľr Grundeinkommen e.V. am Mittwoch, 13. M√§rz 2012 aus. Das Grundeinkommen sei eine Frage des Bewusstseins, nicht der Finanzierung, da es nicht angehe, dass in Deutschland ein Viertel der Bev√∂lkerung bereits unter der Armutsgrenze lebe – weitere Info zur deutschen Grundeinkommens-Bewegung auf www.grundeinkommen.de.
Prof. Dr. Felix Fuders lehrt Volkswirtschaft an der Universit√§t in Chile¬† und befasst sich mit alternativen Konzepten zum globalen Finanzsystem. In K√∂then widmete er seinen Vortrag der Frage, welches Geld Sinn macht sowie moralisch-ethischen Aspekten der Zinswirtschaft. Die aktuelle Finanzkrise sei mit Sparen, Rettungsschirmen, Goldstandard, Tobinsteuer und neoliberalen Rezepten nicht zu l√∂sen, meint Fuders und pl√§diert f√ľr eine tiefgreifendere Geldreform, f√ľr die er in Geld mit Umlaufgeb√ľhr nach der Idee Silvio Gesells ebenso Ans√§tze sieht wie im Islamic Banking sowie in Regionalw√§hrungen.

√úber das W√∂rgler Freigeld und welche L√∂sungsans√§tze heute f√ľr die Modernisierung des Geldsystemes relevant sind referierte Veronika Spielbichler, Obfrau des Unterguggenberger Institutes W√∂rgl (Info √ľbers Freigeld auf www.unterguggenberger.org, eine Zusammenfassung zur Demokratisierung des Geldsystems als pdf).Zu den weiteren Referenten am Dienstag, 13. M√§rz 2012 z√§hlten Andreas Bangemann, Redakteur der Zeitschrift HumaneWirtschaft, sowie der als „Mister Dax“ bekannte B√∂rsenmakler Finanzmarkt-Experte Dirk M√ľller.Eine Kunstaktion in der Villa Creutz z√§hlte zum Rahmenprogramm des Macht Geld Sinn-Kongresses in K√∂then: Istvan Seidel stellte im Stiegenhaus der GCN-Bundeszentrale seine spiralf√∂rmig angeordneten bemalten Schiefertafeln aus.“Mein Grundeinkommen h√§tt ich am liebsten in Lausitzern“ meint diese Kongressbesucherin, die die Themen Regiogeld und Grundeinkommen verbinden will (Info www.grundeinkommen-bautzen.de).

Das dicht gedr√§ngte Vortragsprogramm der Kongresswoche lie√ü wochentags auch Zeit, die Stadt K√∂then kennen zu lernen und dabei gleich den neuen Lutze-Taler als Zahlungsmittel auszuprobieren – so bezahlte Mark Brill nat√ľrlich im Buchladen von Verena Schiffner (www.meinbuchladen.de) mit dem neuen Regiogeld. In Verena Schiffners Buchladen findet man neben vielen antiquarischen B√ľchern eine weitere Besonderheit: Book-Origamis, von Verena selbst gefalten – als originelle, pers√∂nliche Geschenksidee, die auch ganz praktisch als Zettelhalter deokrativ zum Einsatz kommen kann.

 

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