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Geldwertstabilität
 

„Das ist es ja, was man begehrt:
Der Rost macht erst die M√ľnze wert.“

Johann Wolfgang von Goethe


 

 

 

Eine stabile Kaufkraft des Geldes bedeutet, dass es weder Inflation noch Deflation gibt, sondern ein konstantes Preisniveau:

Preisniveau = const.  <->  Inflationsrate = O

Das Preisniveau ergibt sich aus dem Verh√§ltnis von nachfragender Geldmenge zu nachgefragter G√ľtermenge, aus Geldstrom und G√ľterstrom:

Preisniveau = Geldmenge x Umlaufgeschwindigkeit
                                                    Sozialprodukt

Die Quantitätsgleichung ist die Getriebegleichung des Wirtschaftsmotors:

Geldmenge √ó Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveau √ó Sozialprodukt

Je geringer die Umlaufgeschwindigkeit, desto größer die Kassenhaltung.
Je größer die Umlaufgeschwindigkeit, desto geringer die Kassenhaltung.
Die Umlaufgeschwindigkeit gibt an, wie schnell das Geld durchschnittlich von Kasse zu Kasse wandert, die Kassenhaltung (Geldnachfrage) gibt umgekehrt die durchschnittliche Ruhezeit in den Kassen an:

Umlaufgeschwindigkeit =                                   1                            
                                                                       Kassenhaltung

In einem Getriebe treibt ein Zahnrad das andere an. Jedes Rädchen hat zwei Variablen: Drehzahl und Durchmesser. Die Zuordnung zu den volkswirtschaftlichen Variablen M und U bzw. P und Y ist austauschbar.

Eine Verdopplung der Drehzahl eines Zahnrads hat die gleiche Wirkung wie eine Vergrößerung des Zahnrads um den Faktor zwei (etwa durch eine Gangschaltung).

In analoger Weise ändert sich der nachfragende Geldstrom       M×U
durch eine √Ąnderung der Geldmenge M oder der Umlaufgeschwindigkeit U:

  • Eine Verringerung der Umlaufgeschwindigkeit wirkt wie eine Geldvernichtung.
  • Eine Vergr√∂√üerung der Umlaufgeschwindigkeit wirkt wie eine Geldsch√∂pfung.

Schwankende Umlaufgeschwindigkeiten k√∂nnen schwankende Inflationsraten verursachen. Gleicht man eine sinkende Umlaufgeschwindigkeit durch eine entsprechende Geldsch√∂pfung aus, bauen sich Inflationspotentiale auf und die Gesamtverschuldung wird unn√∂tig erh√∂ht. Sowohl die Geldmenge als auch die Umlaufgeschwindigkeit m√ľssen einer geeigneten Regelung unterzogen werden. Oder besser: sich selbst regeln.

Die Analogie einer Waage ist vielleicht noch anschaulicher: Die Quantit√§tsgleichung ist ein Hebelgesetz. Sowohl die Hebellasten als auch die Hebelarme sind ver√§nderlich. Die G√ľltigkeit der Quantit√§tsgleichung bedeutet, dass sich die Waage immer im Gleichgewicht befindet.

Die Quantit√§tsgleichung alleine macht keine kausalen Aussagen. Die √Ąnderung einer Gr√∂√üe muss lediglich mit √Ąnderungen in mindestens einer anderen Gr√∂√üe einhergehen.
Wird beispielsweise die Geldmenge M erhöht, wird die Umlaufgeschwindigkeit U sinken (Liquiditätsvorliebe), das Preisniveau P sich erhöhen (Inflation) und/oder das reale Sozialprodukt Y wachsen (Wirtschaftswachstum).
Stärke und Zeitverhalten der einzelnen Wechselwirkungen können modelliert und empirisch untersucht werden (Elastizitäten).

Wichtig ist eine wirksame Regelung auf der monet√§ren Seite, um auf der realwirtschaftlichen Seite das Preisniveau konstant und damit die Inflationsrate auf Null zu halten ‚Äď wie auch immer sich das Sozialprodukt entwickeln mag.
Im langfristigen Sättigungsgleichgewicht (Nullwachstum) werden alle vier Variablen konstant.

Wenn die Umlaufgeschwindigkeit U konstant gehalten und die Geldmenge M an das (reale) Sozialprodukt Y angepasst wird, kann das Preisniveau P ebenfalls konstant gehalten werden. Die √Ąnderung des Preisniveaus őĒP ist Null, wenn die √Ąnderung der Geldmenge őĒM der √Ąnderung des Sozialprodukts őĒY entspricht und die √Ąnderung der Umlaufgeschwindigkeit őĒU Null ist:

Quantitätsgleichung:  M × U = P × Y

Kaufkraftstabilit√§t:¬† őĒM = őĒY¬† und¬† őĒU = O¬†¬†‚Üí¬† őĒP = O

Kaufkraftstabilität erfordert eine Kontrolle der Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit.

Die Geldschöpfung erfolgt durch Zentralbanken und Geschäftsbanken. Ein Geld, das nur von der Zentralbank und nicht von den Geschäftsbanken erschaffen werden kann, heißt Vollgeld. Bei einem Vollgeld ist die Geldmenge maximal steuerbar. Eine stabilisierende Geldmengensteuerung wird einen Mittelweg finden: einerseits dem System eine gewisse Elastizität lassen, andererseits aber eine ungehemmte (prozyklische) Geldschöpfung der Geschäftsbanken verhindern. Wenn eine Geldhaltung mit Kosten verbunden ist, wird sich die Geldmenge selbst knapp halten. Das Wachstum der Geldmenge muss sich an das Wachstum des Sozialprodukts anpassen:

Geldmengenwachstumsrate = Wirtschaftswachstumsrate

Der Geldumlauf kann durch eine Umlaufsicherung des Geldes reguliert werden. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes hängt ab vom Zinsgefälle zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen, also etwa zwischen Bargeld und einer langfristigen Staatsanleihe. Die Abhängigkeiten zwischen Zinssatz und Restlaufzeit einer Geldanlage wird auch als Zinsstruktur bezeichnet.

Die Liquidit√§tspr√§mie ist der Mindestzinssatz, den der Anleger mindestens f√ľr die Aufgabe seiner Liquidit√§t verlangt. Sinkt der langfristige Zinssatz unter die Liquidit√§tspr√§mie, bleiben die Anleger lieber liquide. Bei einer zu flachen Zinsstruktur kommt es zu einer Liquidit√§tsfalle, bei der die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes rapide abnimmt.

Um eine Liquiditätsfalle zu vermeiden, muss ein hinreichend großes Zinsgefälle zwischen Geld- und Rentenmarkt aufrecht erhalten werden. Das Zinsgefälle ist die Umlaufsicherung. Das Zinsgefälle muss mindestens der Liquiditätsprämie des Geldes entsprechen:

Zinsgef√§lle¬†‚Č• Liquidit√§tspr√§mie

von Norbert Olah

Aktualisiert am


2 Kommentare

  1. Ja, wirklich interessant, jedoch solltet ihr bedenken, dass der Artikel so f√ľr Laien ziemlich unverst√§ndlich ist bzw. f√ľr Nicht-Experten.

  2. ein wirklich interessanter Artikel!
    Danke Herr Olah!

    Freue mich auf weitere spannende Beiträge hier!

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